Bajorat Media

Was bedeutet rel="noopener noreferrer"?

Erfahren Sie, was rel="noopener noreferrer" bei externen Links bedeutet, warum es wichtig ist und ob es Auswirkungen auf SEO hat.

rel="noopener noreferrer" ist eine Kombination aus zwei Link-Attributen für externe Links. Sie wird vor allem bei Links mit target="_blank" eingesetzt, also wenn ein Link in einem neuen Tab geöffnet wird. noopener schützt die Ursprungsseite vor Zugriffen über window.opener; noreferrer verhindert zusätzlich, dass die Zielseite die ursprüngliche URL als Referrer erhält. Für SEO ist diese Kombination in der Regel unkritisch: Sie ist kein nofollow, kein sponsored und kein ugc.

Was bedeutet rel=“noopener noreferrer” genau?

Das rel-Attribut beschreibt die Beziehung zwischen der aktuellen Seite und dem Linkziel. Bei einem normalen externen Link kann HTML zum Beispiel so aussehen:

<a href="https://example.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Externe Quelle</a>

Die beiden Werte haben unterschiedliche Aufgaben:

AttributAufgabeWichtigster Effekt
noopenertrennt die neu geöffnete Seite von der Ursprungsseiteschützt vor Zugriffen über window.opener
noreferrerunterdrückt Referrer-InformationenZielseite sieht nicht, von welcher URL der Besuch kam
noopener noreferrerkombiniert beide Schutzmechanismenmehr Sicherheit, weniger Referrer-Daten

Gerade bei redaktionellen Inhalten, Quellenangaben, Tool-Verweisen oder externen Partnerseiten ist diese Kombination ein robuster Standard. Sie verändert nicht den sichtbaren Linktext und hat auch keinen Einfluss darauf, ob Nutzer dem Link folgen können.

Warum noopener bei target=“_blank” wichtig ist

target="_blank" öffnet ein Linkziel in einem neuen Browser-Tab oder Fenster. Historisch konnte die neu geöffnete Seite über JavaScript auf die Seite zugreifen, die sie geöffnet hat. Dieser Zugriff läuft über die Eigenschaft window.opener.

Das ist problematisch, wenn die Zielseite kompromittiert ist oder nicht vollständig vertrauenswürdig ist. Im ungünstigen Fall kann sie versuchen, die ursprüngliche Seite zu manipulieren oder auf eine andere URL umzuleiten. Dieses Muster wird häufig im Zusammenhang mit Reverse Tabnabbing beschrieben.

noopener verhindert genau diesen Zugriff. Die Zielseite erhält keinen nutzbaren Bezug zur Ursprungsseite. MDN beschreibt rel="noopener" als Anweisung an den Browser, dem neuen Browsing Context keinen Zugriff auf das öffnende Dokument zu geben.

Moderne Browser behandeln target="_blank" bei Links zwar vielfach bereits implizit wie noopener. Trotzdem ist das explizite Attribut sinnvoll: Es macht die Absicht im Code sichtbar, schützt ältere oder abweichende Umgebungen besser ab und verhindert, dass Sicherheit von Browserdetails abhängt.

Was noreferrer zusätzlich verändert

noreferrer geht einen Schritt weiter. Es sorgt dafür, dass beim Aufruf des Ziel-Links keine Referrer-Information übertragen wird. Die Zielseite sieht also nicht über den HTTP-Header Referer, von welcher konkreten URL der Besucher gekommen ist. Zusätzlich verhält sich noreferrer laut MDN zu rel="noreferrer" auch so, als wäre noopener gesetzt.

Das kann aus Datenschutz- oder Analysegründen erwünscht sein, hat aber praktische Nebenwirkungen:

  • Externe Zielseiten sehen in ihrer Webanalyse weniger Herkunftsdaten.
  • Partner, Publisher oder Tool-Anbieter können Besuche nicht immer als Referral von der Ursprungsseite erkennen.
  • Eigene interne Analytics-Daten bleiben davon normalerweise unberührt, weil der Klick auf der eigenen Website weiterhin erfasst werden kann, wenn Tracking korrekt eingerichtet ist.

Wichtig ist die Unterscheidung: noopener ist primär ein Sicherheitsattribut. noreferrer betrifft zusätzlich die Weitergabe der Herkunftsinformation. Wer nur den Sicherheitsaspekt braucht und Referrer-Daten erhalten möchte, kann technisch auch nur noopener setzen. Viele Websites verwenden bei externen Links dennoch beide Werte zusammen, weil sie einen klaren, defensiven Standard für neue Tabs etablieren.

Hat rel=“noopener noreferrer” Auswirkungen auf SEO?

rel="noopener noreferrer" ist kein SEO-Attribut im Sinne von Linkbewertung. Es sagt Suchmaschinen nicht, dass ein Link ignoriert, entwertet oder nicht gecrawlt werden soll. Dafür sind andere rel-Werte zuständig, vor allem nofollow, sponsored und ugc.

Für die Suchmaschinenoptimierung bedeutet das:

  • Ein Link mit noopener noreferrer bleibt ein normaler Link, sofern kein nofollow, sponsored oder ugc ergänzt wird.
  • Das Attribut blockiert kein Crawling und ist keine Anweisung an Google, den Link nicht zu werten.
  • Der Linktext bleibt weiterhin relevant, weil Suchmaschinen den Anchor-Text und das Linkziel aus dem HTML erfassen können.
  • Der Verlust von Referrer-Daten betrifft eher Webanalyse und Attribution, nicht die technische Crawl-Fähigkeit des Links.

Google beschreibt in der Dokumentation zu ausgehenden Links und rel-Attributen, welche Werte für bezahlte, nutzergenerierte oder nicht empfohlene Links gedacht sind. noopener und noreferrer gehören nicht zu diesen SEO-Qualifizierungen.

Unterschied zu nofollow, sponsored und ugc

Die häufigste Verwechslung entsteht, weil alle Werte im selben HTML-Attribut stehen können. Inhaltlich erfüllen sie aber verschiedene Aufgaben:

WertBereichTypischer Einsatz
noopenerSicherheitexterne Links mit target="_blank"
noreferrerDatenschutz und ReferrerLinks, bei denen keine Herkunfts-URL übertragen werden soll
nofollowSEO-LinkbewertungLinks, die nicht als Empfehlung verstanden werden sollen
sponsoredSEO-LinkkennzeichnungWerbung, bezahlte Platzierungen, Affiliate-Links
ugcSEO-LinkkennzeichnungLinks aus nutzergenerierten Inhalten wie Kommentaren

Ein Link kann mehrere Werte kombinieren. Ein bezahlter externer Link in einem neuen Tab könnte zum Beispiel rel="sponsored noopener noreferrer" verwenden. Ein redaktioneller Quellenlink braucht dagegen normalerweise kein nofollow, nur weil er extern ist.

Mehr Hintergrund zur Linkbewertung bietet auch der Lexikon-Eintrag Was ist ein Nofollow-Link?. Für die technische HTML-Grundlage ist außerdem Was ist ein HTML-Tag? hilfreich.

Wann sollten Website-Betreiber die Attribute einsetzen?

Für Website-Betreiber ist die pragmatische Regel: Externe Links, die in einem neuen Tab öffnen, sollten mindestens rel="noopener" erhalten. Wenn keine Referrer-Daten an die Zielseite übergeben werden sollen oder wenn ein einheitlicher Datenschutzstandard gewünscht ist, kommt noreferrer hinzu.

Sinnvoll ist rel="noopener noreferrer" besonders bei:

  • externen Quellenlinks in Blog- und FAQ-Artikeln,
  • Links zu Tools, Dokumentationen, Download-Seiten oder Drittanbietern,
  • externen Buttons, die in einem neuen Tab öffnen,
  • nutzergenerierten oder redaktionell nicht vollständig kontrollierten Linkzielen,
  • älteren Templates oder CMS-Inhalten, bei denen target="_blank" häufig manuell gesetzt wurde.

Bei internen Links ist target="_blank" meist nicht nötig. Interne Navigation sollte in der Regel im selben Tab bleiben, damit Nutzer eine nachvollziehbare Website-Journey behalten. Für eine professionelle Webdesign- und Konzeptionsarbeit gehört deshalb nicht nur die Frage, wie Links aussehen, sondern auch, wie sie sich verhalten. In der Suchmaschinenoptimierung ist zusätzlich wichtig, interne und externe Links semantisch sinnvoll zu setzen, statt Linkattribute pauschal als Ranking-Hebel zu behandeln.

Worauf es in der Praxis ankommt

Der beste Umgang mit rel="noopener noreferrer" ist ein klarer technischer Standard im Template oder Content-Renderer. Dann müssen Redakteure nicht jeden einzelnen Link manuell prüfen. Wichtig bleibt aber, dass noopener noreferrer nicht als Ersatz für eine Linkstrategie verstanden wird.

Für externe Links sollte getrennt entschieden werden:

  • Öffnet der Link in einem neuen Tab? Dann ist noopener sinnvoll.
  • Soll die Zielseite keine Referrer-Information erhalten? Dann ist noreferrer passend.
  • Ist der Link bezahlt, werblich oder Affiliate-getrieben? Dann ist sponsored relevant.
  • Stammt der Link aus nutzergenerierten Inhalten? Dann kann ugc passen.
  • Soll der Link nicht als Empfehlung gewertet werden? Dann kommt nofollow in Betracht.

Kurz gesagt: rel="noopener noreferrer" verbessert Sicherheit und Datenschutz bei externen Links, ist aber kein negatives SEO-Signal. Für Website-Betreiber ist es ein technischer Qualitätsstandard, der mit guter interner Verlinkung, klaren Linktexten und einer nachvollziehbaren Content-Struktur zusammenspielen sollte.

Projekt besprechen

Sie möchten ein Thema auf Ihr Projekt übertragen?

Wir ordnen ein, welche technischen, redaktionellen oder strategischen Schritte für Ihre Website sinnvoll sind - und was davon wirklich Priorität hat.